Mittwoch, März 30, 2005

Frühling webt sein güldnes Band

... die Motorsäge tobt durchs Land.

*Seufz*

In einer modernen Gesellschaft wird ja so manches reguliert und damit die freie Entfaltung des Einzelnen in manchmal drastischer Weise eingeschränkt. Das ist auch im Allgemeinen ganz gut so, schließlich ist der Mensch von Natur aus nicht unbedingt dazu ausgestattet, mit einigen Hunderttausend anderen seiner Art im Umkreis weniger Kilometer zusammenzuleben und dabei von alleine so rücksichtsvoll zu sein, dass der Wunsch, sich gegenseitig zu massakrieren, im normalen Alltag die Schwelle zur Umsetzung nicht überschreitet. Da muss man ihm schon ein wenig auf die Sprünge helfen, dem Menschen.

Aber: Wieso zum Geier gibt es dann bitte noch keine Regelung für Gartensanierungsmaßnahmen in Wohngebieten? Muss es denn wirklich sein, dass, kaum sind die Temperaturen so, dass man mal das Fenster auflassen könnte, ein Nachbar nach dem anderen die Kettensäge, das Maurerhämmerchen, die Kreissäge oder gar den Steinschneider (*schauder*) auspackt um seine 30 Quadratmeterchen Garten und Terrasse grundlegend umzugestalten? Und zwar immer so, dass, kaum ist der eine fertig, der andere anfängt. Wochenlang. Könnten die das nicht alle an einem oder meinetwegen zwei Wochenenden parallel durchziehen? Dann ist halt mal eine Weile richtig satt Krach und ich kann in der Zeit irgendwohin fahren, wo ich den Irrsinn nicht hören muss.

Es komme mir bitte keiner mit den Handwerksbetrieben, die schließlich kontinuierlich arbeiten müssen: Kaum einer der Eigenheimknauser ordert kommerzielle Dienstleistungen, wenns denn irgendwie auch aus eigener Kraft, mit Nachbarschaftshilfe oder zur Not mit dem freundlichen Schwarzarbeiter aus der Nachbarstraße machbar ist.

Ach ja... das Mähen: Man könnte meinen, es gebe ein Gesetz, das verbietet, dass innerhalb der Hörweite des Durchschnittsmenschen mehrere Rasenmäher gleichzeitig laufen. Nein, die machen das ganz brav nacheinander, damit wenigstens eine dieser Höllenmaschinen immer vor sich hin dröhnt. Dass es sich dabei um Geräte handelt, deren Leistung und Lärmentwicklung in keinem Verhältnis zur Größe der zu mähenden Fläche steht, ist eh klar. Der Star hier im Viertel ist der Kerl, der jede Woche mit dem Aufsitzmäher über sein Wieslein tourt. Selbiges ist grob geschätzt etwa doppelt so groß wie das unsrige... also weniger als 100 Quadratmäher äh, -meter.

Danke, dass Sie mir zugehört haben. Wie bitte? Was? Ich verstehe Sie nicht, der Rasenmäher ist so laut...

Schwerdwahnsinnig.

1 Comments:

Anonymous Edgar said...

LOL

> Schwerdwahnsinnig.

Das muss so!

7:00 Uhr. Klaus, der mit der senilen Bettflucht, schmeißt den Maeher
an und holt die Nachbarn aus dem Bett. Else wird ob des Lärmes wach und meint, Karl-Friederich Du müsstest doch auch noch. Waschen, Zähneputzen und Rasieren, der Nachbar ist mittlerweile fertig.

9:00 Uhr. Öggel, öggel, bruuuuummmmmmm. Anschließend der Kantentrimmer: Sssssssssst, sssssst, Pause, der Faden ist ab. Ssssssst, Ssssst.

14:00 Karl-Friedrich ist fast fertig.

14:00 Uhr. Der Nachbar kommt vom Einkauf. Friede zu Klaus: Wolltest Du nicht auch noch? Einkauf auspack, der Nachbar ist fertig, öggel, öggel, bruuuuummmmmm...

14:30 Uhr. Martin fällt ein, dass dem Schuppen ja noch ein paar Bretter fehlen. Stichsäge, raddel, raddel, raddel. Mottek. Nägel Patonk, patonk, patonk.

16:00 Uhr. Mittlerweile ist es Nachmittag. Heinrich kommt mit den neuen Flexscheiben vom Herrenausstatter zurück. Klaus ist fertig mit Rasenmähen, Martin kloppt immer noch. Die Flex geht an: Kreiiiiiiiiisch, summmm, kreiiiiiisch, summmmm...

19:00 Uhr. Die Dämmerung kommt über das Land. Heinrich ist fertig, das Sandbett geschmissen, die Platten werden gelegt, der Fäustel schwingt: Bummm, bumm, bumm...

20:00 Uhr: Es wird dunkel, der Abend ist frisch, das Kaminholz schon lange alle.
Anton fällt ein, er hat noch ein paar Meterenden im Schuppen. Ssssssssssss..., ziiiiiinnnnnng, ssssss, ziiiiing, ssssss, ziiiiiing, paar Scheite kann man ja noch schneiden...

22:00 Uhr. Die Jungschen müssen in die Disse. Röhr, röhr, röhr...,
läuft, also Mucke frei: Gufta, gufta, gufta..., kreiiiiiiisch... weg.

23:00 Uhr Stille senkt sich über die Siedlung.

02:00 Uhr. Die Vögel fangen an zu brüllen...

Das Fichtenmopped, den Rabbatzshredder und den Benzinvertikutierer
könnt Ihr Euch gerne noch irgendwo dazwischen bauen. Ist das Wetter
gut, verbrennt bestimmt auch noch jemand Fleisch und dreht den Idiotenstadel auf volle Lotte.

Ich liebe das Frühjahr. :-(

9:45 nachm.  

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